Als Ulrike und Bobby mit mir zusammen ihre Freie Trauung erlebten, waren sie fast genau auf den Tag bereits seit einem Jahr standesamtlich verheiratet. Somit fiel ihre Trauzeremonie auf ihren ersten Hochzeitstag.

Der erste Jahrestag eines Paares wird auch „Papierene Hochzeit“ genannt. Warum? Nun, man sagt, dass die Ehe nach einem Jahr noch wie ein ungeschriebenes Blatt ist und das Brautpaar noch seine gemeinsame Geschichte schreiben kann. Außerdem ist die Ehe noch ganz jung und „dünn“ wie Papier – sie ist noch nicht so gefestigt und noch nicht so stabil.

Daher wollten wir in dieser Zeremonie das Medium Papier mit einbeziehen, um an diesen besonderen Tag zu erinnern. Wir baten alle Gäste, während der Zeremonie ihre Wünsche an das Brautpaar auf kleine Zettel zu schreiben und gefaltet in einem hohen Glas zu sammeln. Nach dem Ja-Wort fand sich das inzwischen gut gefüllte Glas wieder vorne ein. Ich übergab das Glas dem Brautpaar mit den Worten:

„Von euren Gästen bekommt ihr nun ein Glas voller Wünsche mit auf den Weg. Öffnet dieses Glas in einem Jahr – am 11. Juni – wenn ihr auf ein weiteres Jahr eurer Ehe zurückblickt, und erfreut euch an den Worten und denkt an diesen ganz besonderen Tag zurück.“

Dieses Wunschglas ist also ein wunderbares Ritual, um gleich mehrere „Fliegen mit einer Klappe“ zu schlagen: ihr könnt eure Gäste mit einbeziehen, ihr bekommt, wunderschöne Wünsche für eure Ehe mit auf den Weg und ihr erhaltet so eine Art „Zeitkapsel“, die ihr nach einem Jahr öffnen könnt und in Erinnerung an eure Hochzeit schwelgen könnt.